Herbst 2026. Endlich ist Zeit für mein zweites großes Projekt in diesem Jahr! Das erste war Oh là là Côte d'Azur. Mein Garten hat alles gegeben, die Blätter in den schönsten Formen und in allen Größen sind „reif“ fürs Atelier.
Ein Herbarium? Herba woat?
Ein Herbarium ist eine Pflanzensammlung, in der Teile wie Blätter, Blüten und Stängel gepresst, getrocknet und auf Papier fixiert werden. In meinem werden die gartenfrischen Blätter gedrückt, gedruckt, übermalt und überrollt. Entstanden ist so eine Serie von Monotypien in Öl auf Papier, von riesigen Formaten in 100 x 140 cm Größe bis hin zu vielen kleineren im Format A3 und A4. Wie der Name verrät, ist eine Monotypie immer ein Unikat: Das Verfahren erlaubt keine Wiederholung, wie man es vom Seriendruck kennt.
Die Pflanzen aus dem eigenen Garten sind dabei nicht nur Motiv, sondern auch Mitwirkende. Blattadern, Kanten, Lücken: Was das Blatt von sich drucken lässt, bestimmt es zum Teil selbst.
Und nein, es ist nicht wie im Kindergarten, wo man ein bunt angemaltes Blatt aufs Papier drückt und auf den schönen Effekt hofft. So einfach es klingt, so schwierig ist es – Versuch und Irrtum liegen hier eng beieinander. Nicht jedes Blatt funktioniert. Und nicht immer wirkt das ganze Blatt, manchmal braucht es den Anschnitt. Hier ist er wieder, der geplante Zufall, der mich seit jeher interessiert: Ich schaffe die Bedingungen, aber ein Ergebnis auf Knopfdruck gibt es nicht.

kuratiert von Stephan Reichmnann (info@stephanreichmann.com), Berlin (Germany)
Wenn ihr nicht lange suchen wollt:
Hier stellt euch Stephan ab und an eine kleine Kollektion seiner Bilder zusammen, entweder neue Sachen oder zu Themen, die ihn gerade ganz intensiv angefasst haben - oder beides.
Viel Vergnügen.