Der Titel "Grüße aus der alten Welt" lehnt sich an die Arbeit „Carta ao Velho Mundo | Lettre au vieux monde“ von Jaider Esbell an, die ich Anfang des Jahres im Musée du quai Branly - Jacques Chirac in Paris gesehen habe.
Sehr nah am Ursprung ihrer künstlerischen Schöpfung sind die Tier-Motive der Brasilianerin Solange Pessoa selbst, die ich in der aktuellen Ausstellung der Fondation Cartier in der Rue de Rivoli in Paris entdeckt habe.
In meiner Serie von 40 Bildern erzählen alle Tiere eine eigene Geschichte. Zudem haben sie einen eigenen Habitat erhalten: eine Landschaft im diffusen Licht der Morgen- oder Abenddämmerung. Jede Arbeit erhielt zudem einen eigenen Titel – entweder habe ich mich dabei aus der französischen Alltagssprache bedient oder typisch brasilianischer Vornamen ausgewählt, welche dort häufig auch für Haustiere verwendet werden.
Da sich zu dieser Serie der Kategorie "Appropriation Art" Fragen zu Urheberrecht und Plagiat möglicherweise besonders deutlich aufdrängen, folgt hier eine kurze, KI-generierte Erläuterung mit Bezug auf "Kunstforum International", die es meiner Meinung nach recht verständlich erklärt:
Appropriation Art (Aneignungskunst) bezeichnet die Praxis, fremde Bilder oder Objekte aufzugreifen und in einen neuen Kontext zu setzen. Dies ist häufig durch die Kunstfreiheit, das Zitatrecht (§ 51 UrhG) oder die sogenannte Pastiche-Schranke (§ 51a UrhG) erlaubt – vorausgesetzt, es entsteht ein eigenständiges Werk.
Die Grenze zum Plagiat ist jedoch fließend. Entscheidend ist, ob eine signifikante inhaltliche Transformation stattfindet.
Als rechtlich eher unproblematisch gilt:
– Transformation: Das Ausgangsmaterial wird so stark verändert, dass ein neues Werk mit eigener Aussage entsteht (z. B. durch Collage oder Übermalung).
Problematisch beziehungsweise unzulässig sind hingegen:
– 1:1-Kopien ohne eigene schöpferische Leistung
– kommerzielle Ausbeutung ohne inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Original
Rechtlich wird in Deutschland häufig das Zitatrecht herangezogen. Voraussetzung ist ein erkennbarer inhaltlicher Zusammenhang – die Nutzung darf also nicht rein dekorativ sein. Die Pastiche-Regelung (§ 51a UrhG) schützt darüber hinaus Werke, die sich auf andere beziehen, dabei jedoch einen eigenständigen Charakter entwickeln.
Im Vergleich dazu ist die US-amerikanische Rechtsprechung mit dem „Fair Use“-Prinzip teilweise großzügiger als das deutsche Urheberrecht.
Viel Spaß beim Anschauen!

kuratiert von Stephan Reichmann (info@stephanreichmann.com), Paris (Frankreich)
Wenn ihr nicht lange suchen wollt:
Hier stellt euch Stephan ab und an eine kleine Kollektion seiner Bilder zusammen, entweder neue Sachen oder zu Themen, die ihn gerade ganz intensiv angefasst haben - oder beides.
Viel Vergnügen.